Kopfln OidaSchafkopf lernen und spielen.Im Browser spielen
Lektion

Ramsch

Wenn keiner will: wer die meisten Augen hat, zahlt.

Sagen alle vier Weiter, wird an manchen Tischen nicht zusammengeworfen, sondern geramscht: die Hand wird ausgespielt, jeder für sich — und wer am Ende die meisten Augen hat, zahlt. Das Ziel steht auf dem Kopf.

Die Lektion in der App öffnen
1 · Keiner will

Und trotzdem wird gespielt

Ein Ramsch wird nie angesagt. Es gibt keine Ramsch-Ansage und keinen Rang dafür — er passiert nur, wenn keiner etwas will. Es beginnt der links vom Geber, wie sonst auch. Und es gibt noch einen zweiten Weg hinein: eine Hochzeit, die keiner nimmt, geht an einem Ramsch-Tisch denselben Weg.

Ehrlich gesagt: in den „offiziellen“ Regeln kommt der Ramsch gar nicht vor. Das ist Wirtshaus-Brauch — eine echte Hausregel.

2 · Die Trümpfe bleiben

Das Ziel dreht sich um

Gespielt wird mit den Rufspiel-Trümpfen: vier Ober, vier Unter, die ganze Herz-Farbe — vierzehn Stück. Bedient wird wie immer. Aber: kein Stichzwang (du musst weder überstechen noch trumpfen), keine gerufene Sau, kein Partner, nichts versteckt. Jeder ist seine eigene Partei.

Vierzehn Trümpfe, acht Stiche — und keiner, der etwas gewinnen will. Das ist ein ganz anderes Spiel mit denselben Karten.

3 · Also: Augen abschmieren

Alles, was du gelernt hast, andersherum

Die ganze Lehre vom Ramsch in einem Satz: wenn du einen Stich ohnehin nicht billig holen kannst, wirf deine dickste Karte hinein — nicht deine billigste. Die Augen landen bei dem, der den Stich holt, und das sollst nicht du sein.

Und deshalb auch: trumpf keinen fetten Stich, nur weil du kannst. Du holst ihn dann — samt der Augen.

4 · Durchmarsch

Alle acht — und du gewinnst allein

Wer alle acht Stiche holt, hat einen Durchmarsch und gewinnt den Ramsch allein: er kassiert von allen dreien.

Bei uns zählt ausschließlich „alle acht“, und angesagt wird er nicht — er wird bemerkt. Ein Durchmarsch, der nicht aufgeht, ist deshalb auch kein Sonderpech: dann hast du eben die meisten Augen und zahlst wie jeder andere. (Manche Tische spielen das mit Augen-Grenzen oder mit Ansage — wir nicht.)

5 · Was ein Ramsch nicht hat

Kein Schneider, kein Kontra, keine Laufenden

Kein Schneider, kein Schwarz, keine Laufenden — die brauchen alle zwei Parteien, die sich 120 Augen aufteilen, und die gibt es hier nicht. Und kein Kontra, kein Re: es gibt kein Spiel zum Verdoppeln und keinen, der antworten könnte.

Auch keine Jungfrau — so heißt beim Ramsch, wer keinen einzigen Stich bekommt. An manchen Tischen verdoppelt die den Preis; bei uns spielt man sie nicht, und das ist eine Hausentscheidung, keine Folge der Regeln. Nur das Legen spielt mit: das ist schon vor der Ansage passiert und multipliziert einen Ramsch wie jede andere Hand.

6 · Was kostet das

Und warum zwei Legen genug sind

Wer verliert, zahlt jedem der anderen drei 20 — macht 60 aus der eigenen Tasche. Ein Durchmarsch bringt 50 von jedem, insgesamt +150.

Die Zahlen sind bei uns vereinbart — die Quellen lassen das Geld bewusst weg. Und weil vier Legen ×16 machen, könnte ein Ramsch auch 960 kosten. Genau das ist das Argument für höchstens zwei Legen am Geldtisch.

Alle Regeln auf einer Seite · Zurück zur Übersicht