Bettel
Kein Trumpf, kein Stich — und die Zehn rutscht unter den Unter.
Der Bettel ist das Gegenteil aller anderen Spiele: der Spieler gewinnt nur, wenn er keinen einzigen Stich bekommt. Es gibt keinen Trumpf — und die Karten stehen in einer Reihenfolge, die du sonst nirgends siehst.
Die Lektion in der App öffnenGar keiner
Beim Bettel ist keine einzige Karte Trumpf. Kein Ober, kein Unter, keine Farbe. Das ist das einzige Spiel, in dem die Regel „Ober und Unter sind immer Trumpf“ nicht gilt. Bedient wird nach der Farbe, die aufgespielt ist — und wer nicht bedienen kann, wirft etwas ab. Stechen kann er nicht, weil es nichts zum Stechen gibt.
Am Tisch siehst du das sofort: der Trumpf-Ring am Brett bleibt leer. Das ist kein Fehler, das ist der Bettel.
Die Zehn rutscht unter den Unter
In jeder Farbe geht es so hinunter: Sau, König, Ober, Unter, Zehner, Neuner, Achter, Siebener. Die Zehn — sonst die zweithöchste Karte im ganzen Spiel — steht hier auf dem fünften Platz, unter dem Unter. Das ist die einzige Regel des Bettels, die man wirklich lernen muss.
So gehört sie zum Bettel dazu — und genau das ist der Grund, warum ein Anfänger das Brett beim ersten Mal für kaputt hält.
Der erste Stich beendet das Spiel
Der Spieler gewinnt nur, wenn er keinen einzigen Stich hält. Bekommt er einen, ist die Runde sofort aus — da gibt es nichts mehr zu rechnen. Augen zählen gar nichts: kein Schneider, kein Schwarz, keine Laufenden. Der Grundtarif ist der ganze Preis.
Laufende könnte es auch gar nicht geben — das sind „die obersten Trümpfe in einer Reihe“, und Trümpfe gibt es keine.
Drunterbleiben und ihm einen aufdrücken
Deine Aufgabe ist umgedreht: du musst ihm einen Stich aufdrücken. Also bleib mit deinen Karten unter ihm, wo du kannst, und schenk ihm keinen billigen Stich, an dem er sich vorbeischleicht.
Und leg nicht automatisch deine höchste Karte drauf: eine hohe Karte von dir nimmt ihm gerade den Stich ab, den er hätte holen müssen.
Über dem Solo — bei uns
In der Rangfolge steht der Bettel bei uns über dem Solo und unter jedem Tout. Vorgeschrieben ist das nirgends — die „offiziellen“ Regeln kennen einen Bettel überhaupt nicht und sagen deshalb auch nichts über seinen Platz. Bei uns steht er da, an anderen Tischen woanders.


